Holding spaces und sein mit
Was sind heilende Räume? Was heilige Räume zum leben und für heranwachsende Menschen? Wie führe und leite ich?
Um unterschiedliche Ebenen von Räumen erfahrbar und nutzbar zu machen, habe ich diese hier beschrieben. Mir ist die Ebene des “in der Welt sein” wichtig.
Eine Ebene ist die der Macht. Eine duale, die schwarz und weiss ist. Das Oberhaupt einer Kirche und ihre Gläubigen. Kinder, die ihren Eltern folgen müssen. Erzogen werden, um in das System zu passen. Arbeit, in der ich ein Zahnrad des Systems bin. Nur den nächsten Berührungspunkt sehe, spüre und das grosse Ganze wenig kenne.
Eine Ebene ist die des holding spaces/raum halten. Es gibt heilige Räume, die von heiligen Personen gehalten werden, um eigene Erfahrungen zu machen. Räume, die von einer Intention geprägt sind. Räume in denen alles passieren kann und die Verantwortung für den Raum bei der Raumhalter*in ist. Der Raum benötigt Regeln, dass er funktioniert.
Eine Ebene ist die des “in der Welt sein”. Ein heiliger Raum, in dem alle sich einbringen. Ein Raum, in dem die Bedürfnisse aller wichtig sind. Ein Raum, in dem keine Erwartungen zum typischen Verhalten existieren. Ein Raum, in dem Lebewesen mit ihrer Verletzlichkeit und Schönheit gesehen werden. Und in dem Erwachsene gemeinsam im Raum mit Kindern sind. Diese nicht beeinflussen, eigene Bedürfnisse einbringen und mit den Bedürfnissen anderer mitschwingen. Mitschwingen heisst, verbunden mit dem Raum zu sein und andere Bedürfnisse zu spüren. Vor allem von Menschen und Kindern, die in diesem Moment weniger Zugang dazu haben. Beim Zusammenarbeiten kann es heissen, dass Gefühle angesprochen werden, statt aus Angst Regeln zu generieren. Dass nicht jemandem zuliebe etwas gemacht wird, sondern weil wir das wollen.
Die Ebene der Macht ist in unserer Gesellschaft sehr präsent. Um mehr Zugang zu der Ebene “in der Welt sein” zu kriegen, habe ich ein paar Experimente für dich aufgeschrieben:
- Du kennst einen nähernden und verbindenden Raum, den du regelmässig nutzst. Das kann Sport, Meditation, spiritueller Kreis oder anderen Raum sein. Mach eine Pause davon und versuche zur gleichen Zeit, im gleichen Rhytmus, einen bewussten Raum für dich zu kreieren. Mit dem Ziel, die gleichen Qualitäten für dich selber erschaffen. Beobachte was passiert. Gib nicht beim ersten Frust auf – bleib 6 Wochen dran.
- Mach in Kontakt mit Kindern oder Erwachsenen eine Pause, geh aufs WC. Lade die Ebene des “in der Welt sein” ein. Schau, was du dafür brauchst. Gehe zurück in den Kontakt mit Kindern oder Erwachsenen und versuche 5 Minuten “in der Welt sein” zu sein. Wiederhole die Pause und das wiederverbinden mit “in der Welt sein”.
- Male 3 Bilder. Zuerst das Bild der Macht, dann das des holding spaces und als letztes das “in der Welt sein”.
